Leserbrief zu „Altmaier hilft Solar-Pionieren“ vom 02.09.2020

04.09.2020
Die Überschrift müsst heißen: Altmaier behindert die Solar- und Windbranche, wo immer es möglich ist.

Im Artikel wird gleich zweimal auf die „üppige“ Förderung von Photovoltaik-Anlagen hingewiesen. Wir betreiben seit 20 Jahren eine 1 kW-Anlage, die damals umgerechnet rd. 7.500 € gekostet hat. Im Schnitt wurden bis heute 900 kWh/Jahr produziert. Bei einer Vergütung von 50 Cent/kWh ist das nach Abzug von Reparaturkosten und Versicherung keine üppige Rendite! Die üppigen Renditen haben die großen Konzerne erzielt, die in ihren jährlichen Bilanzen 20 %-ige Gewinne ausgewiesen haben! Ich wehre mich dagegen, dass wir Kleinanlagenbetreiber so hingestellt werden (auch von den Medien), dass wir uns „goldene Nasen“ verdienen!

Aufgrund der fehlenden Gesetzeslage müssen bereits jetzt Umstellungen an den Messeinrichtungen mit dem Netzbetreiber abgestimmt und vorgenommen werden, um ab dem kommenden Jahr die Anlage Vorschriftenkonform betreiben zu können. Der Vorschlag von H. Altmaier ist ein Schrittchen in die richtige Richtung, aber ich bezweifle, dass dieser bis zum Jahresende noch Gesetz wird, denn eine EU-Richtlinie, die kleine Anlagen zum Eigenverbrauch von EEG-Umlage befreit, wird in Deutschland seit drei Jahren nicht in nationales Recht umgesetzt!

Warum wird der Gesetzesentwurf zur Stromabnahme durch den Netzbetreiber bis 2027 befristet? Eine nachhaltige Energiewende sieht anders aus! Diese Anlagen können noch sehr viel länger billigen Strom produzieren.

Herr Altmaier, unterstützen Sie endlich regenerative Energien mit großen Taten, damit es nicht irgendwann wie bei Diogenes heißt:
Geh uns aus der Sonne!

Michael Stecher, 86685 Huisheim

 

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